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Aufruf zur Teilnahme an einer Nationalen Anerkennung der Tibetischen Medizin/ Sowa Rigpa in Europa

 

Allgemeine Voraussetzungen zur Nationalen Anerkennung der TTM in Europa

  • Schon seit Jahrhunderten gelten Produkte der Kräutermedizin als kulturelles Erbe. Deutschland steht innerhalb Europas an der Spitze bzgl. der Häufigkeit des Gebrauchs von Kräutermedizin - 70% der Bevölkerung nehmen Kräutermedizin als erste Wahl bzw. für leichtere Krankheiten (siehe www.who.int/druginformation bzw. WHO Drug Information Vol. 16, No. 2, 2002). Tibetische Medizin in Europa darf daher ausschliesslich nur Kräuter und Mineralien enthalten und muss sich dem Europäischen Kontext von Gesetzen und Regulierungen von Heilmitteln bzw. Qualitätsstandards für Kräutermedizin anpassen.
  • Zuerst muss innerhalb Europas jeweils national eine Anerkennung der Tibetischen Medizin-Sowa Rigpa als einem eigenständigen traditionellem Medizinsystem mit zertifizierter Ausbildung erwirkt werden. Dies kann durch eine interne nationale Anerkennung der Tibetischen Medizin als einem nationalen Kulturerbe geschehen. Länderintern müssen die verschiedenen Ausbildungsstätten und Schulen der Tibetischen Medizin sowie praktizierende Ärzte und Therapeuten zusammenarbeiten, um ein Dossier zur Dokumentation des Wissens und der Praxis, und der Schulung, so wie sie im jeweiligen Land gelehrt wird, zu erstellen. Wie dies am besten geschehen könnte, hat die British Association for Traditional Tibetan Medicine vorgemacht, deren Mitglieder durch die European Herbal and Traditional Medicine Practitioners Association EHTPA zertifiziert wurden (siehe folgender Abschnitt). Es ist zudem wichtig, die lokalen tibetischen Gemeinschaften im jeweiligen Land anzusprechen und mit ihnen zusammen die Anerkennung der TTM als ihrem Kulturgut zu erwirken.
  • Europaweit haben bisher nur in England Ärzte der Tibetischen Medizin, die in Indien und Tibet an anerkannten Medizinschulen bzw. in Familientraditionen ausgebildet wurden, unter dem Dach der European Herbal and Traditional Medicine Practitioners Association EHTPA ein Zertifikat ihrer traditionellen Ausbildung erlangt. Dies erlaubt ihnen die Praxis der Tibetischen Medizin, einschliesslich der Verschreibung und eigenen Zusammenstellung von qualitätskontrollierten Einzeldrogen (Kräuter und Mineralien) in England. Die Ausbildung in Tibetischer Massage hingegen ist teilweise anerkannt. Einzelheiten entnehmen Sie bitte unter Kontaktadressen/Ausbildung.
  • European Herbal & Traditional Medicine Practitioners Association https://ehtpa.eu/standards/curriculum/index.html
    Dieser Verband beinhaltet AYURVEDA, CHINESE HERBAL MEDICINE, TRADITIONAL TIBETAN MEDICINE & WESTERN HERBAL MEDICINE. Er repräsentiert die Praktizierenden von Kräuter- und Traditioneller Medizin in Europa. Hier kann eine Liste mit einem Kern-Curriculum für den Unterricht der Tibetischen Medizin eingesehen werden und die Bedingungen für eine Zertiifizierung der Ausbildung durch die EHTPA eingesehen werden. mehr...
  • In Deutschland ist es bislang nur niedergelassenen Schulmedizinern erlaubt, tibetische Medizin im vollen Umfang zu verschreiben. Das   Ost-West-Institut bietet einen Zusatzkurs Tibetische Medizin für Ärzte unter der Leitung von Dr. Pasang Yontan Arya (New Yuthok Institut, Mailand bzw. TME-Tibetan Medicine Education Centre) an, die von der DÄGfA (Deutsche Ärzte Gesellschaft für Akupunktur) anerkannt ist (siehe Ausbildung). Im Einzelfall kann der Arzt dem Patienten auch tibetische Rezepturen aus Asien verschreiben. Oder, wie in England, selbst eine Rezeptur aus qualitätsgeprüften Einzeldrogen zusammenstellen. Heilpraktiker können eine Zusatzausbildung in Tibetischer Massage, und anderen externen Therapien sowie Ernährungsberatung anbieten. Verschiedene Schulen bieten hierzu Ausbildungen an (siehe Adressen Ausbildung).
  • In Österreich bietet das Tibet Zentrum Institut I.I.H.T.S. (Internationales Institut für Höhere Tibetische Studien) Diplomlehrgänge zur Tibetischen Medizin mit einem Zertifikat vom Tibetan Medical & Astro Institute (TMAI), Men-Tsee-Khang, Indien, an, dessen Lehrer Tibetische Medizin Seminare und Kurse geben. NEU: Mit dem Abschluss des Diplomlehrgangs in Grundlagen der TTM, sowie des Jamche Kunye-Lehrgangs (ab 6. Juli 2016), ist der Hauptteil der Erfordernisse für die neue Berufsausbildung „Jamche Kunye-Praktik“ mit österreichischer Gewerbeberechtigung erfüllt. Kontakt office(at)tibetcenter(dot)at
  • In der Schweiz gibt es seit 2015 eine staatlich zertifizierte Ausbildung zum Naturheilpraktiker der Tibetischen Medizin sowie zum Masseur der Tibetischen Medizin bei der Paramed Akademie (siehe Kontaktadressen/ Ausbildung). Derzeit laufen Bemühungen des SVTTM und anderen Organisationen, wie der  Padma AG, die Anerkennung der Tibetischen Medizin national zu erlangen. Das Schweizer Parlament hat nun zum ersten Mal auch tibetische Medizin als Teil der traditionellen Medizin Asiens und als Komplementärmedizin anerkannt und die Gesetze entsprechend neu reguliert (siehe Informationen unter Dakomed) und auf unserer webseite unter Aktuelles/ Berichte zur Tibetischen Medizin und Komplementärmedizin).  Bitte schreiben Sie bei Interesse der nationalen Anerkennung der TTM in der Schweiz an den SVTTM. E-Mail: info(at)svttm(dot)ch
  • Wenn Sie Interesse an einer nationalen Anerkennung der Tibetischen Medizin in Deutschland oder anderen Europäischen Ländern haben (ausser Schweiz) kontaktieren Sie bitte E-mail: arura(at)tibet-medicine(dot)org
  • Da England kein Mitglied im Immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO (ICH) ist, kann es nicht an der multinationalen Beantragung teilnehmen. Ebenso verhält es sich mit Buryatien, das als Teil der Russischen Föderation ebenfalls kein Mitglied ist in UNESCO's ICH Liste, obwohl großes Interresse an einem multinationalen ICH-Antrag vorhanden ist. Daher sind nationale Anerkennung nur in denjenigen Ländern möglich, die Mitgliedsstaaten innerhalb der UNESCO für Intangible Cultural Heritage (ICH) sind.

Mehr Information über Immaterielles Kulturerbe (ICH), den multinationalen Antrag, Voraussetzungen und Hintergründe finden Sie hier ( multinationaler Aufruf)