Menu
Sowohl die indische als auch die chinesische Regierung haben Anträge für Tibetische Medizin - Sowa Rigpa als Geistigem Weltkulturerbe gestellt - die Konkurrenz beginnt!

Neueste:

Einladung zum  6. Internationalen Sowa Rigpa Kongress "Lebendiges Sowa Rigpa" nach Pisa  20.-22.04.2018 Einladung zum 6. Internationalen Sowa Rigpa Kongress "Lebendiges Sowa Rigpa" nach Pisa 20.-22.04.2018
Sorig Khang International lädt zum alljährlichen internationalen Kongress nach Pisa ein. http://wwww.sorigcongress.org

Neu: Berichte über Internationale Festlichkeiten und Konferenzen zur Tibetische Medizin 2016 Neu: Berichte über Internationale Festlichkeiten und Konferenzen zur Tibetische Medizin 2016
Das Jahr 2016 war ein ereignisreiches Jahr für die Tibetische Medizin. Sowohl in Lhasa wie auch in Dharamsala wurde das 100-jährige Bestehen des ersten Tibetischen Medizinhospitals Men-Tsee-Khang gefeiert.

Weitere:

CREATING A DIGITAL KNOWLEDGEBASE OF HIMALAYAN MATERIA MEDICA, ICTAM 9 Kiel 06.-12.08.2017 CREATING A DIGITAL KNOWLEDGEBASE OF HIMALAYAN MATERIA MEDICA, ICTAM 9 Kiel 06.-12.08.2017
Aufbau einer transnationalen, interdisziplinären und interaktiven digitalen Wissensplattform für Himalayaische Materia Medica, ICTAM 9, Kiel

Am Puls der Gesundheit - Dönckie Emchi über Tibetische Medizin Am Puls der Gesundheit - Dönckie Emchi über Tibetische Medizin
Ein Bericht über die Traditionelle Tibetische Medizin in der Schweiz mit Dönckie Emchi und Herbert Schwabl. https://padma.ch/de/3831/puls-der-gesundheit-traditionelle-tibetische-medizin/

Tibetische Medizin - Sowa Rigpa als Geistiges Weltkulturerbe - Latest News aus Indien und China

20 Apr 2017

Konkurrenzgebaren zwischen China und Indien um Tibetische Medizin als Geistigem Weltkulturerbe bei der UNESCO - ein Kommentar von Mona Schrempf

Anstelle gemeinsam einen multi-nationalen Antrag auf die Anerkennung von Sowa Rigpa bzw. Tibetische Medizin als Geistigem Weltkulturerbe bei der UNESCO zu stellen, hat zuerst China und nun auch Indien angekündigt, einen Antrag auf Sowa Rigpa alias Tibetische Medizin bei der UNESCO einzureichen. Im Februar 2014 hatten chinesische Staatsmedien davon berichtet, die Tibetische Medizin als Medizinsystem bei der UNESCO als Geistigem Kulturerbe zu beantragen (Xinhua - China Daily -  LHASA, Feb. 19, 2014, http://news.xinhuanet.com/english/china/2014-02/19/c_133127319.htm). Nun scheint es, als sei man in China bescheidener geworden und hat nur für die äussere Anwendung des Medizinischen Bades (Tib. lums) einen Antrag gestellt. Man wundert sich schon, wenn man die entsprechende Verlautbarungslitertur diesbezüglich liest, denn worum geht der derzeit in den Medien ausgetragene Streit zwischen den beiden asiatischen Grenzländern? Offenbar geht es nicht primär um das Wissen der Tibetischen Medizin und seine Wissensträger, die amchis oder menpas, sondern um das umstrittene Territorium, das im Sommer 2017 wieder in die Schlagzeilen geraten ist. 

Hier ein paar Fakten. China hat die Tibetische Medizin bereits seit 2006 in seine eigene nationale Kulturerbeliste oder 'Intangible Cultural Heritage' (ICH) mitaufgenommen und investiert seither mit viel Geld besonders in den Ausbau der Infrastruktur von Regierungshospitälern in der von Tibetern besiedelten 'Autonomen Region Tibet' aber auch in kleineren tibetisch-autonomen Präfekturen und Landkreisen, sowie in den Grosstädten von Xining (Qinghai) und Chengdu (Sichuan). Es wird auch investiert in den Ausbau von Universitäten zum Erlernen der Tibetischen Medizin. Offiziell ist Tibetische Medizin Teil von China's sogenannter 'Minderheitenmedizin' (Ch. minzu yiyao), und ist durch staatliche Hospitäler und Schulen 'integriert' in das überwiegend schulmedizinisch geprägte, staatliche Gesundheitssystem. Allerdings in der Chinesischen Pharmacopoeia ohne Hinweis auf die tibetische Identität der materia medica oder der Rezepturen. Auf der Ebene von staatlichen Arzneimittel-Regulierungen gilt tibetische Arznei schlichtweg als TCM (traditional Chinese medicine) drugs. Diese Regierulierungen unterstützten zudem die wachsende Pharmazeutische Industrie, deren Besonderheit andererseits auf dem Label 'Tibetische Medizin' beruht und schützt deren patentierte Produkte durch 'intelectual property rights' (IPR). Manche der Tibetischen Arzneien zählen bereits zu den 'heritage drugs'. Längst aber sind die Besitzer dieser pharmazeutischen Fabriken nicht mehr mehrheitlich Tibeter selbst, denn das Geld regiert. Fragen stellen sich bzgl. intelektueller Eigentumsrechte, Biopiraterie und vor allem der Ausbeutung der zumeist immer noch wild-wachsenden Rohmaterialien. Wem gehört die Tibetische Medizin? Den eigentlichen Wissensträgern, den sogenannten amchis und menpas, die seit Generationen dieses Wissen von Lehrer zu Schüler erlernen und weitergeben (so wie Wissen definiert und erfordert wird von UNESCO) - oder den grossen Regierungsinstitutionen und der privaten Pharma-Industrie? Im Februar 2014 hat China zum ersten Mal einen Antrag auf die Anerkennung der Tibetischen Medizin bei der UNESCO gestellt - zumindest sagen dies die Medien (siehe unten). Nun bekommen sie Konkurrenz von Indien. Vor kurzem hat China seinen alten Antrag korrigiert und nur für das 'tibetische medizinische Bad' (Tib. lum) einen Antrag auf ICH bei der UNESCO gestellt. Siehe hier unten den Bericht der New York Times.

Indien hat die Tibetische Medizin seit 2010 in sein Konglomerat traditioneller Medizinen von AYUSH (Ayurveda Yoga Unani Siddha Homeopathy) mitaufgenommen unter dem Namen Sowa Rigpa - Tibetische Medizin. Das Central Council for Tibetan Medicine (CCTM) vereint Ärzte der Tibetischen Medizin aus Indien und Nepal (private und institutionalisierte) und zertifiziert deren Ausbildung. Es bleibt abzuwarten wie die UNESCO auf die Anträge beider Nationen reagiert.

Glaubt man der Verlautbarungsliteratur in den meist schlecht informierten chinesischen und indischen Medien, dann gehört die Tibetische Medizin entweder zu Chinas Tibet oder zu Indien. Dabei herrschen beidseitig sehr beschränkte historische bzw. nationalistisch motivierte Argumentationen vor. Wo lag der Ursprung der Tibetischen Medizin ? In Tibet oder in Indien? Oder im heutigen nepalesischen Himalaya, wo u.a. der Geburtsort des historischen Buddha Gautama liegt (Lumbini)? Oder doch im sogenannten Kernland Tibet, das China für sich seit je her in Anspruch nimmt ? Wie wir wissen, sind die meisten heutigen Nationalstaaten, so auch Indien und China, erst nach dem 2. Weltkrieg enstanden. Und wieso fragt denn niemand nach den eigentlichen Wissensträgern jenseits bzw. beid- und mehrseitig der jetzigen nationalen Staatsgrenzen ? Das hat wohl leider auch mit der Struktur der UNESCO und des Intangible Cultural Heritage (ICH) an sich zu tun, das nur nationale Mitgliedstaaten als Antragsteller anerkennt und nicht die Wissensträger oder ethnischen Gemeinschaften selbst. Auch da herrscht Vielfalt, die sich die UNESCO dennoch auf die Fahnen schreibt... Tatsächlich wird sowohl im Himalaya als auch in Tibet Tibetische Medizin alias Sowa Rigpa seit vielen Jahrhunderten praktiziert von sogenannten 'amchi' bzw. 'menpa' und von Lehrern zu Schülern in Lineages weitergegeben - bereits vor aber auch jenseits und parallel zu den erst viel später entstandenen Zentren zur Schulung und Praxis wie der klösterlichen Chakpori Medizinschule in Lhasa (gegründet 1696) und dem Mentsikhang in Lhasa (gegründet 1916). Die für China typische sogenannte Entwicklungspolitik, die sich hauptsächlich nach ökonomischen Gesichtspunkten orientiert, d.h. insbesondere die Kommerzialisierung tibetischer Medizin durch die Unterstützung privater, pharmazeutischer Industrie, kann wohl kaum als schützenswertes Weltkulturerbe durchgehen - denn dabei bleiben die eigentlichen Wissenträger oft auf der Strecke, auch wenn die Tibetische Medizin im Gesundheitswesen tibetisch-besiedelter Gebiete in Tibet (TAR), Qinghai, Sichuan, Gansu und Yunnan mittlerweile fest verankert ist und es sicherlich heute erfreulicherweise mehr Ärzte der Tibetischen Medizin gibt als je zuvor, gleich ob in China oder in Indien. Aber genügt das? Wie sieht es mit der Qualität aus? Kann eine Anerkennung durch UNESCO Wissen wirklich schützen?

Lesen Sie mehr zu diesem Thema hier - es verspricht eine spannende Debatte zu werden!

New York Times     
China and India File Rival Claims Over Tibetan Medicine JUL 27, 2017

By  Mike Ives

https://www.nytimes.com/2017/07/27/world/asia/unesco-tibetan-medicine-india-china.html

In Unesco applications, the neighbors are trying to formally tie Tibetan medicine, an ancient practice with a gr...

The Indian Express  'Both India and China nominate Tibetan medicine system for Unesco honour'
Written by Divya A | New Delhi | Published: April 12, 2017 4:43 am          

http://indianexpress.com/article/india/both-india-and-china-nominate-tibetan-medicine-system-for-unesco-honour-4609698/

The Economic Times
'China flays India's counter bid to claim Tibetan medicine'   APR 13, 2017, 05.58 PM IST            

http://economictimes.indiatimes.com/news/politics-and-nation/china-flays-indias-counter-bid-to-claim-tibetan-medicine/articleshow/58165494.cms

China Embassy   Tibet medicine officially applies for world intangible heritage
02-20-2014 17:08 BJT                 

http://in.china-embassy.org/eng/xzjx/t1130068.htm

Xinhua LHASA, Feb. 19, 2014 - The process of inscribing Tibetan medicine on UNESCO's intangible heritage list began as the Ministry of Culture received relevant materials from the autonomous region    

http://english.cntv.cn/20140220/104075.shtml

Zurück zur Übersichtsseite


Sowohl die indische als auch die chinesische Regierung haben Anträge für Tibetische Medizin - Sowa Rigpa als Geistigem Weltkulturerbe gestellt - die Konkurrenz beginnt!

Neueste:

Einladung zum  6. Internationalen Sowa Rigpa Kongress "Lebendiges Sowa Rigpa" nach Pisa  20.-22.04.2018 Einladung zum 6. Internationalen Sowa Rigpa Kongress "Lebendiges Sowa Rigpa" nach Pisa 20.-22.04.2018
Sorig Khang International lädt zum alljährlichen internationalen Kongress nach Pisa ein. http://wwww.sorigcongress.org

Neu: Berichte über Internationale Festlichkeiten und Konferenzen zur Tibetische Medizin 2016 Neu: Berichte über Internationale Festlichkeiten und Konferenzen zur Tibetische Medizin 2016
Das Jahr 2016 war ein ereignisreiches Jahr für die Tibetische Medizin. Sowohl in Lhasa wie auch in Dharamsala wurde das 100-jährige Bestehen des ersten Tibetischen Medizinhospitals Men-Tsee-Khang gefeiert.

Weitere:

CREATING A DIGITAL KNOWLEDGEBASE OF HIMALAYAN MATERIA MEDICA, ICTAM 9 Kiel 06.-12.08.2017 CREATING A DIGITAL KNOWLEDGEBASE OF HIMALAYAN MATERIA MEDICA, ICTAM 9 Kiel 06.-12.08.2017
Aufbau einer transnationalen, interdisziplinären und interaktiven digitalen Wissensplattform für Himalayaische Materia Medica, ICTAM 9, Kiel

Am Puls der Gesundheit - Dönckie Emchi über Tibetische Medizin Am Puls der Gesundheit - Dönckie Emchi über Tibetische Medizin
Ein Bericht über die Traditionelle Tibetische Medizin in der Schweiz mit Dönckie Emchi und Herbert Schwabl. https://padma.ch/de/3831/puls-der-gesundheit-traditionelle-tibetische-medizin/

>