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Neue Artikel zur Tibetischen Medizin

Tibetische Medizin und die Regulierung zu THMP (Traditional Herbal Medicine Product) in Europa

Zusammengefasst und übersetzt von Mona Schrempf aus Schwabl, H., Vennos, C. 2014 »From medical tradition to traditional medicine: A Tibetan formula in the European framework» Journal of Ethnopharmacology  doi: 10.1016/j.jep.2014.10.033.

Das EU Parliament und die Europäische Kommission  (EC) zur Regulierung und Registrierung von traditioneller Kräutermedizin hat die bestehende EU Directive 2001/83/EC von 2001 im Jahr 2004 mit einem Zusatz 2004/24/EC ergänzt. Erlaubt ist seither die Registrierung von einem ’Traditionellen Kräutermedizinprodukt‘ (THMP) mit der Bezeichnung ’Traditional Herbal Registration’ (THR). Im Gegensatz zu vorher ist hierbei die Wirksamkeitsprüfung durch Klinische Studien nicht mehr erforderlich, was teure und schwer zu realisierende klinische Studien unnötig macht. Die neue Regelung besteht aus einer Dokumentation von traditionell erprobter medizinischer Wirkung und Anwendung einer Kräuterrezeptur über einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren im jeweiligen Land, aus dem sie stammt, einschliesslich einer dokumentierten wirksamen Anwendung von mind. 15 Jahren innerhalb der EU. In ihrem Artikel geben Herbert Schwabl und Cecile Vennos zu bedenken, dass diese Neuregelung den europäischen Patienten den Zugang zu wertvollen, traditionell seit Jahrhunderten erprobten Heilmitteln aus Asien verwehrt. 

Die Autoren beschreiben insbesondere, wie die PADMA AG aus der traditionellen tibetischen Rezeptur Gabur 25 ein modernes pharmazeutisches Produkt mit dem Namen Padma 28 entwickelt hat. Padma 28 wurde als tibetisches Medikament 1977 in der Schweiz zugelassen. Im Rahmen sich verändernder EU-Regulierungen sowie spezifischen nationalen Bestimmungen musste Padma 28 dann auch unter verschiedenen Namen als Padma Circosan bzw. Padma Basic angepasst werden. Neben jahrelangen Forschungsstudien zur klinischen Wirksamkeit von Padma 28 bemühen sich die Autoren um eine adäquate Übersetzung der multiplen Wirkungsweise in komplementär- und schulmedizinische Kategorien, wie z.B. die Anwendung von Padma 28 zur erfolgreichen Behandlung von Arteriosklerose.

Die Autoren heben zum einen die positive Seite der neuen Regulierung von 2004 hervor, die es nun nicht mehr erfoerdlich macht, die schwer nachweisbare Wirksamkeit von aktiven Einzelbestandteilen bei komplexen zusammengesetzten Formeln mit Vielfachwirkung nach schulmedizinischen Kriterien zu belegen. Zum anderen geben sie an, dass die EU-Regulierungen durch ihre festgelegte Auslegung einer Formel eine gewisse Starrheit implizieren im Gegensatz zu der flexibleren Verwendung von Einzelbestandteilen entsprechend Vorhandensein und Qualität von Kräutern in einer zusammengesetzen Formel so wie es in der tibetischen Tradition üblich ist.

Vielfalt in der Einheit: Tibetische Medizin und ihre sich wandelnden Ausformungen in verschiedenen nationalen Kontexten (Tibet, Indien, England)

Übersetzt von Mona Schrempf aus Lobsang Dhonden Soktsang, Colin Millard: ’Diversity in Unity: The Changing Forms of Tibetan Medicine’, East Asian Science, Technology and Society: an International Journal, Vol. 7 (3), 2013, S. 467-486.

Zusammenfassung: Dieser Artikel präsentiert die Auffassung und Erfahrungen eines praktizierenden Tibetischen Arztes in verschiedenen nationalen Kontexten und Rahmenbedingungen. In jedem jeweiligen Kontext (Tibet, Indien, England) finden wir lokalisierte Formen der Moderne und von Wissenschaftlichkeit vor. Seine Geschichte ist auch eine Geschichte der Wandlungen der Tibetischen Medizin in den letzten 40 Jahren aus der Perspektive eines praktizierenden Arztes. Diese Wandlungen stellen Herausforderungen an die Theorie und Praxis der Tibetischen Medizin und ihrer sozialen Organisation dar. Vor diesem Hintergrund erwägen die Autoren in wiefern die Tibetische Medizin immer noch eine Gesamtheit  aus Wissen und Praxis darstellt.

Wissenschaftliche Neuerscheinungen zum Thema Tibetische Medizin

Neuerscheinung/ neue wissenschaftliche Publikation (April 2016) zum Thema Wirksamkeit und Sicherheit in der Tibetischen und Chinesischen Medizin (teilweise open access):

  • Efficacy and Safety in Tibetan and in Chinese Medicine - Ethnographic and Historical Perspectives (special double issue)
  • Asian Medicine – Tradition and Modernity, vol. 10 (1+2) (2015), herausgegeben von Mona Schrempf and Lena Springer ( Weblink)

Eine Literaturliste zu gegenwärtigen wissenschaftlichen Forschungen zur Tibetischen Medizin wird momentan zusammengestellt.


 

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